In diesem Ausstellungsraum der Transformationale begegnen wir künstlerischen Zugängen.

Ästhetische Interventionen inspirieren uns dazu, die Welt mit neuen Augen zu sehen.

Sie öffnen und weiten unseren Blick und lenken unsere Sinne auf das Mögliche.

Sprachraum – Raumsprache mit Friederike Funke
Offene Interaktion mit Struktur in Zyklen der Veränderung.

Beschreibung der Kunstquilts

Seit vielen Jahrhunderten sind auf der ganzen Welt Variationen von Patchwork, also hier dem Zusammenfügen kleinerer Stoffstücke zu einem größeren Gesamtstoff mit einem Design, zu finden.

Das häufig mit den Vereinigten Staaten in Verbindung gebrachte traditionelle Patchwork-Quilten bedeutet, ein Quilttop zu entwerfen und es wie ein „Sandwich“ mit einer Schicht Watte oder Füllung dazwischen auf einen Träger zu nähen, um beim Quilten Wärme und eine subtile Oberflächenstruktur zu erzielen.Um ein Design zu erstellen wurden geschätzte traditionelle Patchwork-Quilts oft aus sich wiederholenden geometrischen Blöcken oder Quadraten hergestellt und mit feinen Handnähten zusammengesteppt.

 

 

 

Als einige visionäre Künster*nnen Ideen aus der Kunstwelt – denken Sie an Oberflächendesign, neue Techniken und Materialen – in die Quiltform einbrachten, wurde die neuere Kunst-Quilt-Bewegung geboren.

Neue Kunstquilts repräsentieren eine Reihe von Ausdrucksformen und trotzen Stereotypisierungen über das Aussehen. Sie hängen eher an Galeriewänden, als Betten zu bedecken. Inzwischen gibt es in vielen Ländern der Welt, von Japan bis in die Niederlande, Künstler*innen, die Kunstquilts herstellen

Meine dekonstruierten Kunstquilts sind stark von traditionellem Patchwork-Design sowie von Weltkunst und Handwerk geprägt. Konkret verwende ich für die Erstellung eines Designs Blöcke, die sich wiederholen. hierbei arbeite ich mit verschiedenen Variationen, wobei mein Material, Baumwolle, ganz traditionell ist.

 

 

Es ist meine Technik, die sie von der Tradition unterscheidet und anscheinend meinen Einstieg in die Welt des Quiltens herausfordert. Obwohl meine Stücke geschichtet und durchgenäht sind – eine ziemlich gängige Definition eines Quilts – verwende ich keine traditionelle Wattierung.

Stattdessen betrachte ich meine Quilts als geologische Schichtung und baue die Dicke mit Schichten unterschiedlicher farbiger Stoffe auf, die an den Rohkanten freigelegt werden.

Ich schneide alle meine Schnitte mit einer Zackenklinge (Zickzack) anstelle von geraden Klingen und verwende auch Zickzack-Maschinenstiche mit verschiedenen Garnfarben, um die Schichten zusammenzunähen. Um mehr Textur hinzuzufügen, hängen die Fäden locker.

Die Technik belohnt das Auge mit rauen Kanten und versteckten Farbtupfern (Belohnungen für diejenigen, die genau hinsehen). Ich bezeichne sie als dekonstruierte Kunstquilts, weil sie

sowohl das Design als auch den Nähprozess gleichzeitig zeigen und den Quilt von innen und außen zeigen.Diese Technik steht jedoch im Widerspruch zu traditionellen Quilter*innen, die, egal ob von Hand oder mit der Maschine, saubere Nähte und Kanten und regelmäßiges Nähen bevorzugen. 

Gleichzeitig gibt es viele Techniken, die für die Kunstquiltbewegung charakteristischer sind, wie bemalte oder verzierte Oberflächen, die ich nicht benutze.

Folglich befinde ich mich zwischen zwei Welten und versuche herauszufinden, wo ich am besten hineinpasse. Als Künstlerin ist es für mich persönlich vor allem wichtig, dass meine Arbeit gesehen wird. Mein Stil und meine Technik sind etabliert, so dass es vielleicht darum geht, meine Arbeiten in einem förderlicheren Kontext zu zeigen, zum Beispiel als Faserkunst oder zeitgenössische Kunst statt Quilts. Ich weiß, dass es für mich ein Privileg ist, diese Entscheidungen treffen zu können.